Frau Hinrichs und ihr Red Berry
Frau Hinrichs weiß instinktiv, welcher Apfel überreif ist und welcher den perfekten Reifegrad hat — das lässt sich nicht vermitteln, man hat es oder nicht. Zuhause, wenn der Marktstand abgebaut und verstaut ist, kocht sie Wasser auf. Dann kommt der Tee.
Eine Tasse wie Rote Grütze
Früchtetees haben oft einen schlechten Ruf, häufig zu Recht: zu süß, geschmacklich flach, nach künstlichem Aroma irgendwo zwischen Bonbon und Hustensaft. Frau Hinrichs Red Berry ist das Gegenteil — intensiv, dunkel und direkt, mit einem Waldfrucht-Erdbeer-Geschmack, der nichts vortäuscht. Die Tassenfarbe ist tiefrot, fast wie Rote Grütze, nur ohne Löffel. Die Fruchtnote kommt von echten Zutaten, nicht von Zusätzen.
Was in der Tasse passiert
Der erste Schluck: dunkle, saftige Waldfrüchte, reif und rund, mit einer frischen Hibiskusnote — ohne die spitze Säure, die sonst alles überlagert. Pur ist der Tee intensiv und klar. Mit etwas Honig wird er weicher, fast marmeladig, und erinnert dann wirklich an Rote Grütze aus dem Topf. Über Eis ein feiner Sommertee.
Wann dieser Tee seinen Moment hat
Kein Morgentee. Der Red Berry ist der Tee für den Moment, in dem man sich kurz hinsetzt, beide Hände um die Tasse legt und einfach da ist — zu noch warmem Kuchen, zu dunkler Schokolade, an Oktobernachmittagen, wenn die Blätter draußen ihre Farben verlieren.