Greete und ihr grüner Tee

Greete hat fast alle Bücher von Thomas Mann durch. Noch dreißig Seiten, vielleicht weniger. Sie legt das Buch auf den Tisch, geht in die Küche, stellt die weiße Tasse mit dem kleinen Sprung im Henkel bereit — die sie trotzdem nicht wegwirft. Dann öffnet sie die Dose. Der Duft, der ihr entgegenkommt, ist frisch und ein wenig süßlich, ohne aufzudrängen. Er riecht nach dem, was er ist. Nicht mehr, nicht weniger.

Ein Grüntee, der sich nicht verstellt

Greete No. 05 ist ein reiner Grüntee aus den Long-Jing-Regionen um Hangzhou, einer der bekanntesten Teeanbauregionen Chinas. Die Ernte läuft von Mitte März bis Mitte April, kurz und präzise. Was in dieser Zeit entsteht, ist ein Tee mit Charakter: aromatisch, zart-süßlich, ohne jeden Hauch von Bitterkeit.

Die Tasse ist hell, fast goldgrün. Der Geschmack öffnet sich langsam: erst die Frische, dann etwas Rundes, fast Cremiges, das lange bleibt.

Was in der Tasse passiert

Pur ist Greete am deutlichsten — ohne Milch, ohne Zucker, ohne Ablenkung. Wer etwas Wärmendes sucht, gibt einen kleinen Löffel Honig dazu. Und dann ist da noch die Methode, die Greete aus China mitgebracht hat: in die French Press geben, aufgießen, wieder aufgießen, drei, vier, fünf Mal — jeder Aufguss ein anderer. Nur eines gilt unbedingt: keine Kaffeerückstände in der Kanne. Greete ist da konsequent.

Wichtig ist die Temperatur: Grüntee mag es nicht zu heiß. Lassen Sie das Wasser nach dem Kochen kurz abkühlen (etwa 70–80 °C), dann bleibt Greete zart und wird nie bitter.

Wann dieser Tee seinen Moment hat

Nicht morgens als Erstes. Greete No. 05 gehört in den Nachmittag — in die Stunde, in der sich das Licht verändert und man merkt, dass der Tag schon zur Hälfte vorbei ist. Und in den frühen Abend, wenn draußen die Läden schließen und das Buch wieder auf den Tisch kommt. Manche Tees muss man nicht erklären. Man trinkt sie, und dann weiß man Bescheid.